Tipps & Tricks zur Plakatgestaltung


Die Kreation ist für die Effektivität einer Werbebotschaft von zentraler Bedeutung und bestimmt die Wirksamkeit einer Plakatkampagne bis zu 60 Prozent. Das Zusammenspiel und die Verdichtung von Bild, Text und Hintergrundelementen sollten ein stimmiges Gesamtbild ergeben,   das hohe Aufmerksamkeit beim Betrachter weckt und die Werbebotschaft in eine emotionale Erinnerung verpackt. Neben dem gewünschten Branding-Effekt darf das Plakat idealerweise noch eine gewünschte Reaktion am POS auslösen.


Nachstehend finden Sie zahlreiche Tipps & Tricks, um die Strahlkraft und die Wirkung ihrer Plakate zu erhöhen. Gute Plakatwerbung orientiert sich an den Gesetzen der Wahrnehmung. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg.


Expand Box Das KISS-Prinzip "Keep it short and simple"

Das KISS-Prinzip steht bei der Gestaltung eines Plakates an oberster Stelle. Das heißt, dass so wenige Wirkelemente wie möglich am Plakat umgesetzt werden sollten. Obwohl die Betrachtungsdauer eines Plakates von Passanten stark variiert, sollte bei der Plakatgestaltung von einer durchschnittlichen Betrachtungsdauer von zwei Sekunden ausgegangen werden. Wirkelemente sind zum Beispiel: Headline, Subheadline, Hintergrund, Logo, Fließtext, Visuals, Aktionsbutton oder Störer.

 

  • Es kommt auf die richtige Dosierung an
  • Ein Plakat muss auf den ersten Blick als Einheit wirken
  • Komprimierung von Wirkelementen zu Sinneinheiten
  • Verdichtung von Bild- und Textinformationen
Expand Box Passende Kreationen je nach Verweildauer

Medien der Außenwerbung, die hauptsächlich an Vorbeifahr-Situationen positioniert sind, bedingen naturgemäß eine prägnante Botschaft in aller Kürze. Out-of-Home Medien, die hauptsächlich in Verweil-Situationen positioniert sind, können hingegen durchaus mit mehr Inhalten ausgestattet werden. 

 

  • Ausrichtung von Plakatvarianten nach der Verweildauer
  • Vorbeifahr-Standorte versus Verweil-Standorte
  • Differenzierung der Informationsdichte
Expand Box Den Blickverlauf lenken

Für eine schnelle Orientierung und Dekodierung eines Plakates ist es essenziell, dass der Blickverlauf des Betrachters gelenkt wird. Gut gestaltete Plakate sind "Futter für das Auge" und sollten von Passanten rasch aufgenommen werden. Konzentrieren sie sich also bei Ihrem Motiv auf das Notwendigste und ihre zentrale Botschaft. Lassen sie Betrachter nicht zu viel denken und handeln sie im Sinne von Steve Krug: "Don´t make me think".

  • Abgestufte Informationslast und klare Informations-Hierarchie
  • Lange Suchabläufe zwischen Wirkelementen vermeiden
  • Wirkelemente müssen interagieren und sich nicht kannibalisieren
  • Der erste Sympathie-Check ist nach einer Zehntelsekunde abgeschlossen
  • Die Wirkelemente richtig positionieren

     

Expand Box Die Produktgröße und Positionierung

Das zu verkaufende Produkt sollte der Hauptdarsteller und Held auf ihrem Plakat sein. Sorgen sie  für einen Blickfang und setzten sie ihr Produkt bestmöglich in Szene. Eine klare Bildsprache ist ideal, wobei ein Motiv im Zentrum des Plakates die höchste Aufmerksamkeit generiert. Klarheit, Relevanz und Kundennutzen wird mit hoher Aufmerksamkeit belohnt. 

  • Mindestens 20% der Plakatfläche für das Produkt 
  • Circa 40% der Formathöhe für das Produkt
  • Big is beautiful
Expand Box Das Logo des Absenders

Die Positionierung des Logos ist elementar, da es die Marke repräsentiert und zum wichtigsten Symbol der optischen Markenerinnerung gehört. Die Platzierung des Markenlogos hängt vom Gesamtsujet, dem Blickverlauf, dem Bekanntheitsgrad und dem eingesetzten Werbemittel ab. Ideal positioniert ist das Logo generell im oberen Drittel der Plakatfläche. Dabei spielt es keine Rolle, ob links, rechts oder in der Mitte.

  • Ein Understatement beim Logo bringt nichts
  • Der Absender der Botschaft muss eindeutig erkennbar sein
Expand Box Die Macht eines Bildes

Der professionelle Einsatz von Bildern in der Kommunikation hat viele Vorzüge, die in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht und bestätigt wurden. Bilder werden in kürzester Zeit mit  hoher Kommunikations-Geschwindigkeit, hoher Aktivierung und hoher Glaubwürdigkeit erfasst und decodiert. Der Vorteil von Bildern ist, dass sie sofort als Ganzes aufgenommen und als Einheit geistig verarbeitet werden. Die Speicherkapazität ist hierbei fast unbegrenzt, wobei Bilder einen überragend hohen Wiedererkennungswert besitzen.

Emotionale Bilder wirken auf die Gefühle von Betrachtern besonders suggestiv und es besteht kaum eine Chance, sich diesen Informationen zu entziehen. Bedenkt man, dass diese Bilder stets in Kombination zu bereits gespeicherten Erlebnissen und inneren Bildern wirken, so wird deutlich, wie groß die Macht von Bildern sein kann. 

 

  • Das Bild oder Sujet muss die Werbebotschaft maximal unterstützen 
  • Die Bildkommunikation benötigt keine erklärenden Worte
  • Ein Bild sagt mehr, als 1000 Worte
  • Bei der Bildkommunikation zählt jedes Detail 
Expand Box Die Anzahl der Worte

Die Botschaft eines Plakates sollte innerhalb von 2 Sekunden verstanden werden. Das entspricht einer Textmenge von 4 bis 7 Wörtern, die in dieser Zeit durchschnittlich gelesen werden können. Zusätzlich gilt es die Produktabbildung, das Logo und den Hintergrund zu erfassen. Das heißt: Die Aussage auf den Punkt bringen.

  • Die Verweildauer bestimmt die Informationslast
  • Im Idealfall nur 4 bis 7 Worte
  • "the more you tell, the more you sell" stimmt bei Außenwerbung nicht
  • Reduce to the max
Expand Box Schriftgröße und Schriftart

Die Hauptbotschaft eines klassischen Plakates sollte aus 50 bis 80 Metern gut lesbar sein. Als Faustregel für die Größe bei eine 16/1-Bogen-Plakat gilt: Headline rund 12 bis 15 % der Formathöhe Sublines/Bullets sollten eine minimale Schriftgröße von 5 bis 10% der Formathöhe aufweisen. Es sollten maximal drei Schriftgrößen in klarer Größenabstufungen verwendet werden, wobei die Anordnung der Textbausteine für einen optimalen Lesefluss wichtig ist.

  • Die Headline gibt Orientierung und braucht Größe
  • Eine Abstufung der Schriftgrößen schafft Klarheit und Ordnung
Expand Box Die Textposition

Eine generelle Regel für die Positionierung von Plakattexten gibt es nicht, da diese sehr stark vom generellen Sujet und vom Textumfeld abhängt. Zu empfehlen ist eine Position in der Nähe des Produkts, im Zentrum des Plakats oder an Kontrastübergängen. Und genau dieser Bereich wird auch verstärkt für die Positionierung von Text und/oder Bild genutzt. Ist jedoch zum Beispiel der Text oder das Logo in den abgesetzten Randfeldern zu klein dimensioniert, bleibt die konstruierte Aufmerksamkeitszuwendung aus.

  • Textpositionen richten sich stark nach dem Gesamteindruck
  • Texte dürfen nicht "fliegen"
  • Ein Plakat ist kein Lesemedium, sondern ein Sichtmedium
Expand Box Der Textinhalt

Textinhalte, die keinen Bezug zum Produkt aufweisen, sollten vermieden werden. Gedankenakrobatik, rätselhafte Texte verfehlen die gewünschte Werbewirkung. 

  • Darstellung und Präsentation sind um ein Vielfaches wichtiger als Textinhalt & Detailtiefe  
  • Beachtung der Gesetze von menschlicher Wahrnehmung 
  • Das Plakat ist kein Diskussionsforum
Expand Box Der Einsatz von Farben und Kontrasten

Die Verwendung von Farbe sowie die bewusste Abstimmung mit einem Key Visual ist ein entscheidendes Element im Plakatdesign. Farbkontraste spielen dabei eine wichtige Rolle. Generell kann man sagen, dass Komplementärfarben den besten Kontrast geben und sehr gut wahrgenommen werden. Je nach Produkt müssen Farben sehr sorgfältig gewählt werden, wobei auch kleinere Abweichungen vom bestehenden Corporate Design bei Bedarf erlaubt sein sollten, um eine gute Fernwirkung zu erzielen. Kontrastübergänge ziehen generell visuelle Aufmerksamkeit an.

  • Farbkontrast ziehen die Aufmerksamkeit auf das Produkt
  • Mögliche Flimmereffekte und einen stimmigen „Einheitsbrei“ vermeiden
Expand Box Emotionen und Netzwerk

Positive Emotionen aktivieren bejahende Vorstellungen im Gedächtnis und unterstützen die Informationsverarbeitung. Die Folgen sind eine höhere Aufmerksamkeit, eine bessere Bewertung der beworbenen Marke, des beworbenen Produktes und eine bessere Erinnerungsleistung der Rezipienten.

  • Lassen sie Bilder in den Köpfen entstehen und schließen sie ihr Markennetzwerk an bestehende Motive ihrer Zielgruppe an
  • positive Stimmung zahlt sich aus
  • Buchtipp: "Wie Werbung wirkt" von Scheier/Held 
Expand Box Gesichter am Plakat

Ohne Zweifel lösen Gesichter Emotionen aus und erregen Aufmerksamkeit bei Passanten. Der direkte Blick zum Betrachter hat die höchste Aufmerksamkeit, da ein Augenkontakt persönlich und einladend wirkt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man Gesichter so einsetzt, dass sie den Blickverlauf der Rezipienten auf gewünschte Objekte lenken.

  • Die Auswahl eines Gesichtes verzeiht keine Fehler und muss zur Zielgruppe passen
  • Ein Gesicht zieht an und entscheidet über Sympathie oder Antipathie 
Expand Box Codes und Symbole

Die Kunst in der Plakatgestaltung liegt in der Verkürzung und in der Verdichtung einer Geschichte.  So müssen Storys ohne inhaltlichen Verlust auf ein Minimum reduziert werden. Diese Reduzierung erfolgt oft über sogenannte Codes, die punktgenau platziert werden müssen, damit Sie vom Betrachter wieder decodiert werden können. Jede Kleinigkeit ist daher besonders wichtig. Sei es die Kopfhaltung bei Menschen oder der Einsatz und die Art von Requisiten. Codes laden das Produkt mit Bedeutung auf und bilden eine Brücke zum Motiv der Betrachter. 

  • An Motive anschließende Codes/Symbole schaffen Relevanz und Involvement
  • Verwendete Codes müssen eindeutig das eigenen Markennetzwerk stützen
  • unbewusste Ansprache von Zielgruppen
Expand Box Reine Textplakate

Reine Textplakate erzeugen im Gegensatz zu Bild/Text-Plakaten weniger Aufmerksamkeit und sollten durch grafische Kunststücke zumindest interessanter gemacht werden. Bedenken sie, dass Sprache in der Markenkommunikation generell leicht kopierbar ist und sich vom Mitbewerber wenig abhebt. Rund 90% der Werbung im "Low Involvement"-Bereich wird im Vorbeigehen betrachtet. Längere Sätze und Argumente können so in maximal 5% der Kontakte wirken. Wie bei Bildern auch, muss bei Worten neben der klaren expliziten Bedeutung auf die implizite unbewusste Bedeutung geachtet werden. Beispiele: Kosten versus Investition oder Regeneration versus Heilung.

  • Das Plakat ist als Lesemedium wenig geeignet
  • Das Plakat überzeugt durch die visuell-grafische Umsetzung der Idee bzw. der Botschaft
Expand Box Der Einsatz von Störern

Ein sogenannter "Störer" ist ein grafisches Element, das sich deutlich von der Plakat-Grundgestaltung unterscheidet und durch seine störende Wirkung die Blicke auf sich zieht. Aktions-Buttons, Auszeichnungen, Güte-Siegel oder Aktionsflash in allen möglichen Formen werden sehr oft als störender Impulsgeber verwendet.

  • Störer brauchen auch eine gewisse Größe, um wirken zu können
  • Große Textmengen vermeiden
Expand Box Der Vampir-Effekt

Durch falsch eingesetzte Elemente in der Werbung kann es zu unerwünschten und negativen Auswirkungen in der Werbeerinnerung kommen. Der Rezipient kann sich weder gestützt noch ungestützt an die Marke, das Produkt oder die Botschaft erinnern. Sehr prominente Testimonials, die kaum zum beworbenen Produkt passen, können das Phänomen des Vampir-Effekts auch auslösen.

 

  • Das Produkt ist der Hauptdarsteller
  • Eingesetzte Reizelemente müssen stimmig zum Produkt sein